Mobilitätswende

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Mobilitäts-wende

Konzept

Grundsätze für eine global wirksame Mobilitätswende

Mobilität ist ein Grundbedürfnis der modernen Zivilisation und von daher sowohl für das Individuum, als auch für die Wirtschaft unverzichtbar!

Der globale Fahrzeugbestand lag in 2023 bei ca. 1,5 Mrd. Fahrzeugen. Pro Jahr werden weltweit ca. 80 Mio. neue Fahrzeuge produziert. Bis zum Jahr 2050 wird der globale Fahrzeugbestand wahrscheinlich auf ca. 2,7 Mrd. anwachsen.
Aktuell (2023) liegt der globale Fahrzeugbestand der Elektroautos bei ca. 27 Mio. (=1,7%). Bei den globalen Neuzulassungen sind es aktuell lediglich 16% Elektroautos zu verzeichnen. Der Bestand an Elektroautos steigt lediglich in den Regionen Europa, USA und China, während der Rest der Welt weiterhin hauptsächlich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor kauft. Wenn sich das Wachstum der Elektromobilität mit der aktuellen Geschwindigkeit fortsetzt, wird wahrscheinlich erst im Jahr 2045 ein Gleichstand zwischen Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erreicht sein…

Elektromotoren sind leiser als Verbrennungsmotoren (Otto- oder Dieselmotoren) und emittieren lokal keine schädlichen Abgase. Sie bestehen typischerweise aus weniger Teilen und sind bei gleicher Leistung kleiner, zudem ist ihr Wirkungsgrad mit 85–95% deutlich höher als der eines modernen Verbrennungsmotors mit durchschnittlich 25%. Allerdings ist die Energiedichte von Kraftstoffen (Benzin, Diesel) um den Faktor 50–100 höher, was dazu führt, dass Batterien für Elektrofahrzeuge viele Hundert kg wiegen.

Beim Wandel hin zur Elektromobilität gibt es mehrere begrenzende Faktoren:

  • Verfügbarkeit von grüner Energie: Elektroautos stoßen nur dann weniger CO₂ aus, wenn die Stromproduktion zu einem überwiegenden Anteil aus erneuerbaren Energien stammt. Von daher steht die Sinnhaftigkeit der Elektromobilität in einem starken Zusammenhang mit der Energiewende bei der Stromerzeugung.
  • Ladeinfrastruktur: Elektroautos werden sich nur dann durchsetzen, wenn eine flächendeckende Ladeinfrastruktur zur Verfügung steht.
  • Die Verfügbarkeit von Rohstoffen wie Kupfer, Lithium, Kobalt ist eine Grundvoraussetzung für die Transformation hin zur Elektromobilität. Studien besagen, dass für eine rasche Umstellung auf Elektromobilität der globale Abbau der oben genannten Rohstoffe innerhalb der nächsten Jahre um 400% ausgeweitet werden müssten…

Die Thesen von 4pi-Solutions zur Mobilitätswende:

  1. Die Elektromobilität muss in den nächsten Jahrzehnten einen signifikanten Anteil zur globalen CO₂-Reduzierung leisten. Von daher sollte die Mobilitätswende überall dort forciert werden, wo auch die Voraussetzungen hierfür gegeben sind: Verfügbarkeit von grüner Energie, Ladeinfrastruktur und akzeptable Ladezeiten.

  2. Bereits produzierte Fahrzeuge tragen einen CO₂-Rucksack mit sich, weshalb es keinen Sinn ergibt den bestehenden Fahrzeugbestand mit Verbrennungsmotoren aus Klimaschutzerwägungen kurz- bis mittelfristig zu verschrotten.

  3. Der Weg hin zur Elektromobilität ist ein langwieriger Prozess und auf dem Weg dahin müssen auch suboptimale Zwischenlösungen bzw. Brückentechnologien in das Lösungsportfolio mit einbezogen werden. Konkret bedeutet dies ein Weiterbetrieb von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auf Basis CO₂-neutraler Kraftstoffe wie: pflanzenbasierter Flüssigraftstoffe (z.B. aus Palmöl), Biogas, oder synthetische Kraftstoffe (E-Fuels). Außerdem besteht die Möglichkeit, bestehende Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb umzurüsten.

  4. Solange die Energiedichte von Batterien um den Faktor 50 unter der von Kraftstoffen liegt, ergeben batterieelektrische Lastkraftwagen, Schiffe, Lokomotiven etc. keinen Sinn. Bei der Verfügbarkeit von CO₂-neutralem oder CO₂-freien Wasserstoff bietet sich in diesen Fällen der Einsatz von Brennstoffzellen an.

  5. Eine Umstellung auf Elektromobilität ergibt keinen Sinn in Regionen, wo der Strom noch weitestgehend aus fossilen Energieträgern gewonnen wird. Deshalb muss die Politik mit allen Kräften die Energiewende hin zu Strom aus erneuerbaren Quellen forcieren, bevor sie Verbrennerverbote erlässt.

  6. Der überwiegende Anteil der Konsumenten trifft seine Kaufentscheidung nach einer Kosten-/ Nutzen-Abwägung. Verbrennerverbote wirken aus psychologischer Hinsicht kontraproduktiv. Stattdessen sollte die Politik ein Anreizsystem schaffen, welches dazu führt, dass der Nutzwert eines Elektroautos mindestens gleichwertig mit einem Verbrennerfahrzeug liegt.

  7. Ganz abgesehen von der Art des Antriebs muss der preiswerte öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) mit Bussen, Bahnen und Mikrotaxis zügig weiter ausgebaut werden, um dem Bürger eine zuverlässige Alternative zum PKW anbieten zu können. Das gleiche gilt für den Schienenverkehr und den Gütertransport über die Schiene mit elektrisch betriebenen Zugwerken.

  8. Wasserstoff und E-Fuels sollten aus Kostengründen dort produziert werden, wo optimale Bedingungen für erneuerbare Energien gegeben sind. Dies sind Regionen mit viel Sonne, Wind, Wasserkraft oder Geothermie.