Bewältigung des Klimawandels
ganzheitlich – global – gemeinsam
Wege aus dem Endlager-Dilemma – Alternative Strategien zur Entsorgung von Kernbrennstoffen
Veranstaltung von 4Pi-Solutions e.V. und Global Energy Solutions e.V. 20. Mai 2026 in Berlin
Mit der Veranstaltung „Wege aus dem Endlager-Dilemma – Alternative Strategien zur Entsorgung von Kernbrennstoffen“ greifen Global Energy Solutions e.V. und 4Pi-Solutions e.V. ein Thema auf, das in Deutschland und Europa an strategischer Bedeutung gewinnt:
Die Frage, wie mit hochradioaktiven Abfällen und abgebrannten Kernbrennstoffen langfristig sicher, wirtschaftlich und technologieoffen umgegangen werden kann.
Die Veranstaltung findet am 20. Mai 2026 von 13:30 bis 18:30 Uhr in der Wartehalle, Julie-Wolfthorn-Str. 1, 10115 Berlin, statt.
Sie ist als thematische Fachveranstaltung mit anschließendem Networking konzipiert und bringt internationale, wissenschaftliche, technologische, unternehmerische und politische Perspektiven zusammen.
Die Teilnahme ist kostenfrei; die Zahl der Plätze ist begrenzt.
Wichtige Infos: Anmeldung bitte bis zum 20. April 2026 unter
Ausgangspunkt der Veranstaltung
Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die Beobachtung, dass Deutschland zwar einen rechtlich definierten Entsorgungspfad besitzt, die praktischen Zeitachsen und Folgefragen aber deutlich komplexer geworden sind.
Der bestehende Pfad – verlängerte Zwischenlagerung, spätere Konditionierung und Verpackung sowie geologische Endlagerung – ist institutionell gesetzt. Zugleich wächst der Druck, ihn nicht nur administrativ fortzuschreiben, sondern systematisch daraufhin zu prüfen, ob und wo spätere Ergänzungen oder Korrekturen sinnvoll sein könnten. Verlängerte Zwischenlagerung, Repackaging, Transportfähigkeit, Kosten- und Unsicherheitsfragen sowie neue internationale Technologieentwicklungen verschieben die Debatte.
Gerade deshalb soll die Berliner Veranstaltung keine schnelle Vorfestlegung liefern, sondern einen Raum eröffnen, in dem internationale Erfahrungen, technologische Optionen und strategische Prüfpfade zusammen betrachtet werden.
Das Programm...
…ist bewusst so aufgebaut, dass sich die verschiedenen Ebenen der Debatte sinnvoll aufeinander beziehen. Nach Begrüßung und Einführung durch
Christof von Branconi (Global Energy Solutions) und Axel Pieper (4Pi-Solutions) eröffnet Dr. Soufiane Mekki von der OECD Nuclear Energy Agency (NEA) den fachlichen Rahmen mit einem Beitrag zu „Alternative Strategies for the Management of Spent Nuclear Fuel“.
Damit wird die deutsche Diskussion unmittelbar in einen internationalen Kontext gestellt: Welche Strategien verfolgen andere Staaten? Welche Optionen werden weltweit diskutiert oder vorbereitet? Und welche Maßstäbe lassen sich daraus für Deutschland ableiten?
Im Anschluss folgt der Beitrag von Dr.-Ing. Bernhard Leidinger:
„Wege aus dem Endlager-Dilemma: Ein Referenzprogramm zur technologieoffenen Prüfung alternativer Strategien für Deutschland“.
Dieser Beitrag bildet den konzeptionellen Kern der Veranstaltung. Sein Ansatz ist weder ein Plädoyer für einen vorschnellen Technologiesprung noch eine bloße Verteidigung des Status quo. Vielmehr geht es um die Entwicklung eines Referenzprogramms, das den bestehenden deutschen Entsorgungspfad als Benchmark absichert und zugleich einen geordneten Prüfrahmen für wenige ernsthaft untersuchungswerte Alternativen schafft.
Leidingers Ausgangsthese
Sie lautet, dass das eigentliche „Endlager-Dilemma“ nicht zwischen „Endlagerung oder Technikoffenheit“ besteht, sondern zwischen einem rechtlich festgelegten Pfad mit langen Realisierungszeiten und dem Fehlen eines belastbaren Prüfpfads für mögliche spätere Korrekturen. Sein Vorschlag ist deshalb ein gestuftes Arbeitsprogramm, das zwei Dinge gleichzeitig leistet: Erstens soll der deutsche Referenzpfad technisch und organisatorisch abgesichert werden. Zweitens sollen Alternativen nicht politisch behauptet, sondern entlang klarer Kriterien geprüft werden: technische Reife, Endlagerrelevanz, Wirtschaftlichkeit, Sicherheits- und Safeguards-Fragen, rechtliche Anschlussfähigkeit und internationale Kooperationserfordernisse. Dabei geht es ausdrücklich um zwei unterschiedliche, aber zusammenhängende Suchrichtungen: zum einen um die mögliche Nutzung von Restenergie durch selektive Wiederaufarbeitung oder Recycling, zum anderen um die mögliche Reduktion von Langzeitlast und Reststrahldauer durch Partitionierung und Transmutation.
Das von Leidinger entwickelte Referenzprogramm ist in vier Phasen aufgebaut.
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Phase 1
schafft einen gemeinsamen Referenzrahmen, segmentiert das Inventar und legt Bewertungsmaßstäbe fest.
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Phase 2
prüft realistische Alternativpfade mit mittlerem Umstellungsgrad, darunter offene Langfristlagerung, selektive Wiederaufarbeitung, alternative Entsorgungsarchitekturen und die Vormachbarkeit von P&T.
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Phase 3
richtet den Blick auf fortgeschrittene Technologiepfade wie ADS, Mehrfachrecycling oder internationale Kooperationslösungen.
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Phase 4
übersetzt die Ergebnisse in eine politisch nutzbare Roadmap mit Decision Gates, Prioritäten und – wo erforderlich – vorbereitenden Rechtsfragen. Der besondere Wert dieses Ansatzes liegt darin, dass er Technologieoffenheit mit Sicherheits- und Entsorgungsprimat verbindet und dadurch die häufig polarisierte Debatte in eine belastbare Prüfstruktur überführt.
Nach der Kaffeepause
Nach der Kaffeepause erweitert Prof. Dr. Bruno Merk von der University of Liverpool den Horizont mit einem Blick auf den „Innovationsraum: Technologische Optionen für die nächsten 5 bis 15 Jahre“.
Darauf folgen Unternehmensbeiträge von Copenhagen Atomics, Transmutex Deutschland und Thorizon, die konkrete Entwicklungen und Umsetzungsperspektiven vorstellen. Diese Programmteile sind besonders wichtig, weil sie die zuvor diskutierten strategischen und methodischen Fragen mit tatsächlichen Technologie- und Geschäftsmodellen verbinden. Den Abschluss bildet eine politische Einordnung, bevor der Nachmittag in einen offenen Austausch und Networking übergeht.
Die Berliner Veranstaltung will damit keine vorweggenommene Entscheidung über einen neuen Pfad treffen. Sie will vielmehr einen sachlichen Rahmen schaffen, in dem sich die entscheidende Frage stellen lässt:
Wie kann Deutschland den bestehenden Entsorgungspfad absichern und zugleich die Fähigkeit gewinnen, über mögliche spätere Alternativen oder Korrekturen belastbar zu entscheiden? Genau darin liegt der Mehrwert des Formats. Es verbindet internationale Erfahrung, wissenschaftliche Nüchternheit, technologische Entwicklungskenntnis, wirtschaftliche Perspektiven und politische Anschlussfähigkeit.
Für 4Pi-Solutions ist dies zugleich Ausdruck des eigenen Anspruchs, faktenbasierte und technologieoffene Lösungsansätze in die energie- und klimapolitische Debatte einzubringen.
Anmeldung
Veranstaltung:
Wege aus dem Endlager-Dilemma – Alternative Strategien zur Entsorgung von Kernbrennstoffen
20. Mai 2026 | 13:30–18:30 Uhr | Die Wartehalle, Berlin
Anmeldung bis zum 20. April 2026 unter:
office@global-energy-solutions.org
Im Rahmen dieser Veranstaltung werden Foto- und Videoaufnahmen erstellt. Diese können für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere zur Veröffentlichung auf Webseiten, in sozialen Medien sowie in Printmedien, verwendet werden. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich hiermit einverstanden.